Pressemitteilung “Straßenfest mit Hindernissen”

Greifswald, 18.10.2014

Am Samstag fand nun schon zum zweiten Mal in diesem Jahr ein Straßenfest in der Brinkstraße in Greifswald statt. Eingeladen hat die Initiative „Brinke16-17 erhalten“ die seit 1,5 Jahren versucht das 158-jährige Haus vor dem Abriss zu retten. Grund für das Straßenfest war die geplante Eröffnung eines Stadtteiltreffs.

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Zusammen mit Unterstützter*innen der Initiative, wurde den über 300 Besucher*innen am Samstag ein vielfältiges Programm geboten. Auf der Bühne spielten die   Musiker*innen RomNi und synthiBros. Auch das Greifswalder Improvisations-Theater der Stuthe nutze die Bühne und brachte die Gäste zum Lachen und Mitmachen. Für die jüngeren Gäste wurde zusammen mit den Kunstwerkstätten ein buntes Kinderprogramm mit Trampolinspringen, Kinderschminken,  Tischfußball und Basteltischen geschaffen.

In den geplanten Räumen des Stadtteiltreffs wurde die Chronik des Hauses zusammen mit einer Bildergeschichte für die Besucher*innen ausgestellt. Auch Vertreter*innen der Bürgerschaftsfraktionen der Grünen, der Linken, der Piraten und der Alternativen Liste waren der persönlichen Einladung gefolgt. Stefan Fassbinder (Grüne) und Jörg Kasbohm (Linke) sprachen zudem  jeweils ein Grußwort.

Der Anlass des Straßenfestes sorgte im Vorfeld für viel Wirbel. Die Initiative „Brinke 16-17 erhalten“ hatte zur feierlichen Eröffnung eines Stadtteiltreff eingeladen. In einem Artikel der Ostsee-Zeitung am vergangenen Mittwoch äußerte sich die CDU schockiert darüber in ein besetztes Haus eingeladen worden zu sein und bezeichnete gleichzeitig die Initiative als Straftäter. Und dies, obwohl der Stadtteiltreff in den legal gemieteten Räumlichkeiten des Bioladens untergebracht werden sollte. Die Initiative hat in der Vergangenheit bereits mehrfach zum Ausdruck gebracht, dass die Hausbesetzer*innen zwar ähnliche Ziele haben – besonders im Umgang mit dem Streit um die Brinkstraße 16-17 unterscheiden sich beide Gruppen (deutlich) voneinander. Seit Februar 2013 befand sich die Initiative wiederholt im Gespräch mit dem Eigentümer, um durch Tausch- und Kaufangeboten eine Lösung des Konflikts zu erreichen.

Hürden wurden der Initiative in der vergangenen Woche auch von der Stadtverwaltung in den Weg gelegt. Die Bauaufsichtsbehörde befand bei einem Anhörungstermin zum Straßenfest, dass die Nutzung der vorgesehenen Räumlichkeiten im Bioladen als Stadtteiletreff illegal wären. Am Freitag untersagte auch der Eigentümer der Brinkstraße 16-17 mit Androhung rechtlicher Mittel die Nutzung des Raumes als Stadtteiltreff. Zu guter Letzt wurde das Straßenfest zu einem „Gehwegfest“ zusammengestrichen, weil das Ordnungsamt einer ganzen bzw. teilweisen Straßensperrung nicht zustimmte.

Heiko Pult von der Initiative äußert sich verwundert und traurig über so viel Gegenwind: „Andernorts werden mit viel Geld und Mühe, politischer und verwaltungstechnischer Unterstützung solche sozialen Begegnungs- und Veranstaltungsorte künstlich geschaffen. Und dort, wo ein solcher Ort von alleine und nur mit Hilfe ehrenamtlichen Engagements entstanden ist und weiterentwickelt werden soll, werden die Initiatoren beschimpft, abgestempelt und mit Hilfe der Verwaltung behindert.“

Trotz dieser Widerstände und der untersagten Eröffnung wurde im Rahmen des Straßenfestes die Idee eines zukünftigen Stadtteiltreffs eröffnet. Die Initiative „Brinke16-17 erhalten“ wird sich weiter dafür einsetzen, dass in den Räumen der Brinkstraße/des Bioladens ein Stadtteiltreff entsteht. Die notwendigen Auflagen und Voraussetzungen dafür sollen weiter geprüft und realisiert werden. Alle bisher geplanten Veranstaltungen für den Stadtteiltreff werden nun im Rahmen der seit Wochen laufenden Mahnwachen vor dem Haus stattfinden.

Pressekontakt:
0157-84839264
brinke16bis17@riseup.net

http://brinke16bis17.de/wordpress/
https://www.facebook.com/Brinke16bis17

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